• Karin Schreiber

Ruf des Nordens: Manitobas unentdeckte Naturschätze


Little Limestone Lake - Credit: Travel Manitoba

Raus, einfach mal raus und weg von allem?! Wer die viel gepriesene „kanadische Einsamkeit“ sucht und den Touristenströmen der Hot Spots aus dem Weg gehen möchten, findet im Norden Manitobas seine Erfüllung. Hier, wo die weite Landschaft von riesigen Flächen borealen Waldes, zahllosen Seen, Flüssen und Wasserfällen dominiert wird und schließlich in die subpolare Tundra übergeht, ist die Szenerie von menschenleerer Wildnis geprägt. Wohnmobil-Reisende finden wunderbare Campingplätze in den Provincial Parks, eine Mietwagen-Rundreise will aufgrund der begrenzten Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten dagegen gut geplant sein. Wer dem Ruf des Nordens folgt, darf sich auf Manitobas wahrhaft unentdeckte Naturschätze freuen:

Kristallklares, blaues Wasser soweit das Auge reicht… Wer sich beim Gedanken an diese Szenerie angesprochen fühlt, wird den Clearwater Lake lieben! Er liegt im gleichnamigen Provincial Park unweit der Kleinstadt The Pas. Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Wasser des Sees ausgesprochen klar – es heißt, er sei der klarste See in ganz Manitoba! Entstanden ist er durch den Einschlag eines Meteoriten. Mit einigen schönen Sandstränden lädt der See zum Baden ein und auch herrliche Wanderungen sind hier möglich. Den schönsten Ausblick auf den See gibt’s am Caves Self-Guiding Trail.


Einen phänomenalen Ausblick auf das Städtchen Flin Flon an Manitobas Grenze zu Saskatchewan bietet eine Wanderung über den Flinty's Boardwalk and Trail. Auf 4,2 Kilometern gilt es so manches Hindernis zu überwinden, um die Spitze der vulkanischen Felsen zu erreichen, die hier den Ross Lake umgeben. Aber der Ausblick ist jede Anstrengung wert!


Im waldigen Norden Manitobas windet sich der Grass River durch die wilde Landschaft und stürzt dabei gleich mehrere Male in die Tiefe. An den Wekusko Falls im gleichnamigen Provincial Park, rund zwei Autostunden von The Pas und Flin Flon entfernt, rauscht der Fluss durch eine Reihe von Stromschnellen stolze 12 Meter hinab. Gleich zwei Hängebrücken überqueren die Kaskade an unterschiedlichen Stellen und bieten dabei eine einzigartige Perspektive zum Fotografieren. In Blicknähe zum Wasserfall befindet sich ein kleiner Zeltplatz, der zu den schönsten in ganz Manitoba zählt! Wer etwas mehr Komfort sucht, kann auf den Full Service Campingplatz des Parks zurückgreifen, Bootsanlegestelle inklusive. Eine kurze Boots- oder Paddeltour über den Grass River zum Tramping Lake führt zu einem fast schon mystischen Ort, an dem der aufmerksame Beobachter indigene Piktogramme und prähistorische Felsmalereien findet. Sie stellen Szenen aus dem alltäglichen und spirituellen Leben der Prärieindianer dar. Der Verdacht liegt nahe, dass die frühen Künstler beim Malen in einem Kanu saßen, denn die Bilder befinden sich direkt oberhalb der Wasserkante.

Der Grass River fließt schließlich weiter durch den Setting Lake und die Stromschnellen der Sasagiu Rapids, bevor er im Pisew Falls Provincial Park zu den bekanntesten Wasserfällen Manitobas gelangt, den Pisew und Kwasitchewan Falls. Hier, rund 700 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Winnipeg, zeigt sich Manitoba von einer besonders schönen Seite. Die Szenerie ist geprägt vom satten Grün des borealen Waldes und dem rauschenden Grass River, der sich mitten durch den Park schlängelt. Gleich zwei Mal nimmt das Wasser des Flusses hier ordentlich Fahrt auf, um sich in tosenden Kaskaden in die Tiefe zu ergießen. Ein rund 22 Kilometer langer Rundwanderweg, der entlang des Grass Rivers einer alten Pelzhandelsroute folgt, verbindet die beiden Wasserfälle. An den Pisew Falls fällt der Fluss zunächst recht plötzlich um gute 13 Meter ab, ändert die Richtung und stürzt sich dann lauthals eine kleine Schlucht hinab. „Pisew“ stammt übrigens aus der Sprache der Cree und bedeutet „Luchs“. Das Zischen der Pisew Falls erinnerte die Ureinwohner wohl an die hier heimische Wildkatze. Die Kwasitchewan Falls wiederum sind mit 14,2 Metern Höhe Manitobas höchster Wasserfall! Wanderer, die über Nacht Station machen möchten, können die abgelegenen Zeltplätze am hinteren Ende des Trails nutzen und sich vom Rauschen des Wasserfalls in den Schlaf wiegen lassen. Wer nicht wandern mag, kann in der Nähe des Parkplatzes von einem Aussichtspunkt bereits einen tollen Blick auf die Pisew Falls genießen!


Etwa 45 Autominuten weiter nördlich liegt mit der Stadt Thompson das Tor zum hohen Norden Manitobas. Hier kann man Kanadas größtes Wandbild bewundern. Mit einer Größe von 26 x 19 Metern ist das überdimensionale Wolfsmotiv schon von weitem zu sehen. Das Bild ist Teil des Spirit Ways, einem zwei Kilometer langen Spazierweg mit 16 Stationen, die Thompsons Kulturerbe, Kunst, Industrie, Geologie und Landschaft im Fokus haben. Auch das neue Boreal Discovery Center oder das Heritage North Museum, welches einen kulturhistorischen Einblick in die Welt Nord-Manitobas liefert, sind hier einen Besuch wert.


Außergewöhnlich farbenfroh geht es am Little Limestone Lake zu! Der See liegt auf Höhe des Nordzipfels des Lake Winnipeg und gilt als einer der größten Kreide-Seen der Welt. Hier weht ein Hauch Karibik, wenn die Farbe des Sees im Sommer mit wärmer werdenden Temperaturen zu einem satten Türkis wechselt. Ein wahrer Schatz in Manitoba!


Fast schon karibisches Ambiente gibt es auch am Steep Rock am östlichen Ufer des Lake Manitoba! Auch hier leuchtet das Wasser türkisblau, eine einzigartige Klippen-Szenerie aus Kalksteinfelsen prägt die Landschaft und die felsigen Strände laden zum Sonnenbaden ein. An einer urigen Strandhütte werden kalte Getränke und Snacks angeboten sowie Kajaks und Kanus vermietet.

Weitere Informationen über Manitoba unter www.travelmanitoba.com.

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