Sechs Erlebnisse in Yellowknife, die man nicht verpassen sollte

Hausboote auf dem Great Slave Lake, Wasserfälle mitten im borealen Wald und Nordlichter über der Stadt: In Yellowknife liegen urbanes Leben und nordkanadische Wildnis erstaunlich nah beieinander. Für viele Reisende ist sie das Tor zu den Northwest Territories – und längst mehr als nur ein Ausgangspunkt für Abenteuer im Norden. Die Hauptstadt der NWT verbindet Restaurants, Kunst und Kultur mit einer Landschaft, die oft schon wenige Minuten hinter dem Stadtzentrum beginnt. Direktflüge ab Toronto, Edmonton, Calgary, Vancouver und Ottawa machen die Anreise unkompliziert. Von hier geht es weiter in kleinere Gemeinden, zu abgelegenen Lodges oder einsamen Angelrevieren. Doch es lohnt sich, Yellowknife nicht einfach links liegen zu lassen.
Ob als Auftakt einer Reise durch den Norden, als Zwischenstopp oder als Ziel eines Roadtrips: Diese sechs Erlebnisse gehören auf jede Yellowknife-Liste:

Den Norden verstehen: Prince of Wales Northern Heritage Centre
Wer wissen möchte, wo er eigentlich gelandet ist, beginnt am besten hier. Nur wenige Gehminuten von Downtown entfernt und direkt am Frame Lake gelegen erzählt das Prince of Wales Northern Heritage Centre von Geschichte, Kultur und Leben in den Northwest Territories.
Die Ausstellungen schlagen einen weiten Bogen: von Booten aus Elchhaut über historische Buschflugzeuge bis hin zu Kunst und Zeugnissen der indigenen Kulturen des Nordens. Dabei geht es nicht nur um die vergleichsweise junge Geschichte Yellowknifes, sondern auch um die Menschen, die seit Jahrtausenden in dieser Region leben. Ein Besuch liefert den perfekten Einstieg, um vieles von dem, was einem auf der weiteren Reise begegnet, besser einordnen zu können.

Raus aus der Stadt: Cameron Falls
In Yellowknife braucht es nicht viel, um die Stadt hinter sich zu lassen. Rund eine Stunde führt der Ingraham Trail hinaus in die Landschaft, dann geht es zu Fuß weiter: Nach etwa 20 Minuten durch den borealen Wald ist das Rauschen der Cameron Falls nicht mehr zu überhören. Über die steinernen Stufen des uralten präkambrischen Schildes stürzt der Cameron River rund zwölf Meter in die Tiefe.
Der Weg eignet sich auch für weniger erfahrene Wandernde und verläuft abschnittsweise über Holzstege. Wer mehr Zeit mitbringt, verbindet den Ausflug mit einem Picknick oder einem Stopp an einem der Seen und Tagesausflugsplätze entlang des Ingraham Trail. Verschiedene lokale Anbieter führen Touren zu den Wasserfällen durch, darunter auch indigene Unternehmen, die unterwegs Einblicke in den borealen Wald und das traditionelle Wissen über die Landschaft vermitteln.

Leben auf dem Wasser: Houseboat Bay
Zurück in Yellowknife geht es dorthin, wo die Stadt einst ihren Anfang nahm: nach Old Town am Ufer des Great Slave Lake. Hier liegt eines der ungewöhnlichsten Wohnviertel des Nordens – Houseboat Bay.
Bunte Hausboote schaukeln auf dem Wasser, während im Sommer Kajaks und Stand-up-Paddleboards zwischen ihnen hindurchziehen. Wer möchte, kann sich selbst ein Kajak oder Board ausleihen und die schwimmende Nachbarschaft vom Wasser aus erkunden. Übernachten lässt es sich hier übrigens ebenfalls: In der Bucht gibt es sogar ein Bed & Breakfast auf einem Hausboot.
Den besten Überblick gibt es ein Stück weiter oben. Vom Pilot’s Monument reicht der 360-Grad-Blick über Houseboat Bay und Back Bay, die Dächer von Old Town und bis hinüber nach Downtown. Gerade mit Kamera ist der kurze Aufstieg fast Pflicht. Old Town und das Pilot’s Monument sind außerdem Bestandteil vieler Stadtrundfahrten, häufig kombiniert mit dem Prince of Wales Northern Heritage Centre und der Legislative Assembly.

Wenn der Himmel übernimmt: Polarlichter
Spätestens nach Einbruch der Dunkelheit richtet sich der Blick in Yellowknife nach oben. Dank seiner geografischen Lage und der häufig klaren Nächte zählt die Stadt zu den besten Orten der Welt, um Nordlichter zu beobachten. An bis zu 240 Nächten im Jahr kann die Aurora hier sichtbar sein.
Besonders gut stehen die Chancen während der Nordlichtsaison im Herbst und Winter. Dann ziehen grüne, violette und manchmal rötliche Lichtbänder über den Himmel – mit etwas Glück von Horizont zu Horizont.
Dafür muss man nicht unbedingt mehrere Tage in einer abgelegenen Aurora Lodge verbringen. Während der Hauptsaison starten jeden Abend sogenannte Aurora Hunting Tours. Sie führen hinaus aus dem Licht der Stadt und dorthin, wo die Bedingungen gerade am besten sind. So lässt sich ein Tag voller Aktivitäten rund um Yellowknife mit einer Nacht unter einem der spektakulärsten Himmel des Nordens verbinden.

Den Norden schmecken: Yellowknifes kulinarische Seite
Was wäre eine Stadt ohne ihre Lieblingsrestaurants? In Yellowknife reicht die Bandbreite vom historischen Wildcat Cafe in einer alten Blockhütte in Old Town bis zum eigenwilligen Bullock’s Bistro nur wenige Gehminuten entfernt.
Auf den Speisekarten trifft nordkanadische Küche auf Einflüsse aus aller Welt. Mal rustikal, mal überraschend modern – und oft mit Zutaten und Gerichten, die eng mit dem Leben im Norden verbunden sind. Wer wissen möchte, wo man am besten isst, fragt am besten die Menschen vor Ort. An Empfehlungen mangelt es in Yellowknife selten.

Geschichten an Wänden, auf Plätzen und in Galerien: Yellowknifes Kunstszene
Wer mit offenen Augen durch Yellowknife läuft, begegnet Kunst fast überall. Wandgemälde, Banner, Skulpturen und Installationen erzählen von der Geschichte der Stadt, vom Leben im Norden und von der kulturellen Vielfalt der Northwest Territories.
Besonders präsent sind Werke indigener Kunstschaffender, für die Kunst seit jeher auch eine Form des Geschichtenerzählens und der Weitergabe von Wissen ist. In den Galerien der Stadt reicht das Spektrum von traditionellen Handwerkstechniken wie Korbflechten und Perlenarbeiten bis zu Fotografie, Musik und zeitgenössischer Kunst.
So zeigt Yellowknife am Ende vielleicht gerade in seiner Kunst, was die Stadt insgesamt so besonders macht: Hier stehen Vergangenheit und Gegenwart, indigene Traditionen und modernes Stadtleben ebenso selbstverständlich nebeneinander wie Häuser, borealer Wald und die endlose Weite des Great Slave Lake.
Weitere Informationen über die Northwest Territories gibt es unter www.spectacularnwt.de.




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