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Indigene Kultur zum Anfassen:Wanuskewin Heritage Park

Aktualisiert: vor 5 Tagen


Kulturelle Tanz-Darbietung im Wanuskewin Heritage Park - Credit: Destination Canada

Gerade mal fünf Kilometer nördlich der lebhaften Stadt Saskatoon liegt die indigene Stätte des Wanuskewin Heritage Parks am South Saskatchewan River. Jahr für Jahr kamen die indigenen Völker der nördlichen Prärie zum Opimihaw Creek, um Bisons zu jagen, Pflanzen zu sammeln und Feste zu feiern. Heute können hier Besucher aus nah und fern indigene Kultur hautnah erleben.


Die Geschichte des Parks


Am Rande der Prärie, wo der Opimihaw Creek in den South Saskatchewan River fließt, fanden die Indigenen der Northern Plains vor über 6.400 Jahren einen Platz, der ihnen Frieden und Harmonie versprach. „Wanuskewin“ nannten ihn die Stammesältesten. Das ist Cree und bedeutet „auf der Suche nach innerem Frieden“ oder „Leben in Harmonie“. Zahlreiche Generationen sind seither in dieses Tal zurückgekehrt, um gemeinsam zu feiern und die Geschichten ihrer Vorfahren zu erzählen.


Der Wanuskewin Heritage Park ist die am längsten betriebene archäologische Ausgrabungsstätte Kanadas. Anfang der 1980er Jahre begannen hier erste archäologische Arbeiten und schon bald war klar, dass man es mit einem regelrechten „archäologischen Wunder“ zu tun hatte. In den letzten Jahrzehnten wurden hier fast 200.000 Artefakte freigelegt, darunter Zähne, Knochen, Werkzeuge, Töpferwaren, Muscheln, Holzkohle und Samen, aber auch zwei Bison Jumps, alte Lagerplätze, Tipi-Ringe und das nördlichste Medizinrad der Welt. Viele dieser Funde sind sogar älter als die Ruinen von Rom und die Pyramiden von Ägypten.


Archäologische Ausgrabungsstätte - Credit: Tourism Saskatchewan

Bereits im Jahr 1987 ernannte Queen Elizabeth II den Wanuskewin Heritage Park zu einer National Heritage Site, fünf Jahre später wurde er für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute wartet der Park auf seine Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe.



Die kulturelle Bedeutung der Bisons


Besucher erfahren im Wanuskewin Heritage Park vieles über die kulturelle Bedeutung der Bisons für die Region. Bereits bei den ersten Ausgrabungen fanden Forscher eine Fülle an Pfeilspitzen und Bisonknochen – ein Zeichen, dass dieser Ort als traditionelle Jagdstätte, einem „Bison Jump“, genutzt wurde. Die Bisons wurden zunächst von einer Ebene über abgesteckte Wege an den Rand einer Klippe getrieben, und stürzten dort einige Meter in den Abgrund zu Tode. Die Tiere waren für das Überleben der Menschen damals unerlässlich und sie wurden vollständig von ihnen verwertet.

Nach der europäischen Kolonialisierung starben die Präriebisons als Folge einer intensiven Bejagung gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahezu vollständig aus. Erst im Dezember 2019 wurde in Zusammenarbeit mit Parks Canada wieder eine kleine Herde in Wanuskewin angesiedelt. Die Tiere sind von ausgewiesenen Pfaden und Plattformen zu beobachten und leisten ihren Anteil für den Erhalt der Prärielandschaft.


Erster Bison-Nachwuchs im Wanuskewin Heritage Park - Credit: Tourism Saskatchewan

Die neue Herde spielte zuletzt bei einem bedeutenden archäologischen Fund eine große Rolle. Durch ihr Suhlen im Staub, bei dem sich die Bisons im Gras wälzen und Staubgruben bilden, legten die Tiere einen Felsbrocken mit rund 1.200 Jahre alten Petroglyphen frei - einschließlich des prähistorischen Werkzeugs, mit dem diese einst in den Stein geritzt worden waren! Weitere Funde von Petroglyphen folgten.



Authentische Erlebnisse im Wanuskewin Heritage Park


Auch das Besucherzentrum des Parks ist ein echtes Highlight. Es thront mit seiner ausgefallenen und preisgekrönten Architektur auf einem Hügel oberhalb des Tals und überblickt den Opimihaw Creek. Hier lernt man in einer interaktiven Ausstellung vieles über das Leben und die Geschichte der First Nations und kann in den Galerien wechselnde zeitgenössische Ausstellungen indigener Künstler bewundern.

Interaktive Ausstellung im Besucherzentrum - Credit: Wanuskewin Heritage Park

Auf dem rund 4,5 Quadratkilometer großen Gelände voll unberührter und naturbelassener Prärielandschaft werden geführte Spaziergänge zu spezifischen Themen angeboten. Die Pfade lauten auf so klangvolle Namen wie „Path of the People“ oder „Trail of the Bison“. Ebenfalls gibt es kulturelle Tanz-Darbietungen, Kurse im Errichten eines Tipis, im Bau eines Dream-Catchers oder im Backen von Bannock, dem traditionellen Fladenbrot der Ureinwohner.


Beim Errichten eines Tipis - Credit: Destination Canada

Apropos: auch kulinarisch wird hier einiges geboten. Das Restaurant des Wanuskewin Heritage Parks zählt zu den besten indigenen Restaurants in ganz Kanada! Bei der Zubereitung der traditionellen, indigenen Gerichte werden ausschließlich lokale Zutaten verwendet. Besucher können Bison- oder Veggie-Burger, Bisonsuppe, verschiedene vegane Suppen oder täglich frisch gebackenes Bannock kosten. Ein ganz besonderes Highlight sind die beliebten Han Wi Moon Dinner, die in den Sommermonaten an ausgewählten Abenden bei schönem Wetter unter freiem Himmel aufgetischt werden, bevor am Lagerfeuer beim Storytelling alte Geschichten und Weisheiten erzählt werden.


Han Wi Moon Dinner - Credit: Tourism Saskatchewan

Neu ist die Möglichkeit zur Übernachtung im traditionellen Tipi. Bei diesem Programm lernen die Besucher unter anderem, wie man ein Tipi errichtet. Am Abend gibt es ein typisch indigenes Abendessen gefolgt von Bannockbacken am Lagerfeuer – echte indigene Kultur zum Anfassen!


Tipi-Übernachtung - Credit: Tourism Saskatchewan

Weitere Informationen über Saskatchewan gibt es unter www.tourismsaskatchewan.com.

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