Nürnberger Land: Eine Region mit vielen Gesichtern
Wo Wälder, Dünen, Burgen und Bierkeller auf engstem Raum aufeinandertreffen

Kaum hat man Nürnberg hinter sich gelassen, wechselt das Bild. Sanfte Hügel lösen die Stadt ab, Wälder schließen sich zu dichten Kronendächern, und schon nach wenigen Kilometern ragt die erste Burgruine über einem Tal auf. Direkt vor den Toren Nürnbergs beginnt das Nürnberger Land mit seinen 27 Städten, Märkten und Gemeinden. Viele seiner Ausflugsziele sind von der Stadt aus in nur 15 bis 30 Minuten erreichbar. Mehr als die Hälfte der rund 800 Quadratkilometer großen Region steht unter Landschaftsschutz. Und obwohl die Großstadt so nah ist, eröffnet sich hier eine ganz eigene Welt. Es ist der Vierklang aus Aktiv, Natur, Kultur und Kulinarik, der das Nürnberger Land ausmacht – vier Facetten, die sich auf engstem Raum immer wieder neu miteinander verbinden.
Eine Landschaft, die sich nicht festlegen will
Auf vergleichsweise kleinem Raum wechselt die Landschaft ungewöhnlich oft ihr Gesicht. Im Osten und Nordosten prägen die Ausläufer der Fränkischen Alb die Region: mit bewaldeten Höhen, Dolomitfelsen, Höhlen und tief eingeschnittenen Tälern. Weiter südlich überraschen eiszeitliche Sanddünen zwischen lichten Kiefernwäldern, ein Landschaftsbild, das man mitten in Franken kaum erwarten würde. Dazwischen liegen Flüsse und Seen, Wacholderheiden und Orchideenwiesen. Acht Naturschutzgebiete sowie zahlreiche Geotope und Biotope bewahren diese Vielfalt. Unter der Erde setzt sie sich fort: In der Maximiliansgrotte bei Krottensee erhebt sich mit dem sechs Meter hohen Eisberg Deutschlands größter Tropfstein.
Am unmittelbarsten lässt sich diese Landschaft draußen erleben. Mehr als 2.000 Kilometer markierte Wanderwege durchziehen das Nürnberger Land, darunter mehrere Qualitätswanderwege. Sieben Rundwanderwege führen auf die „SevenSummits“, markante Gipfel und Höhen der Region. Der Frankenalb Panoramaweg verbindet aussichtsreiche Höhen mit Felsen und Burgruinen, während der Fränkische Dünenweg durch eine Landschaft führt, die ihren Ursprung in der letzten Eiszeit hat. Dazu kommen mehr als 1.000 Kilometer Radwege, Kletterfelsen, Kanutouren auf der Pegnitz und der Bikepark Osternohe. Mal geht es hoch hinaus, mal am Wasser entlang, und oft liegt das nächste Erlebnis nur wenige Kilometer entfernt.
Credit: Frank Boxler Credit: Thomas Geiger Credit: Thomas Geiger
Geschichte auf Schritt und Tritt
Wer durch das Nürnberger Land reist, begegnet seiner Geschichte nicht nur im Museum. Mehr als 100 Burgen, Schlösser und Herrensitze prägen die Landschaft. Die Wenzelburg in Lauf erinnert an Kaiser Karl IV. und die Goldene Straße zwischen Nürnberg und Prag, mächtige Anlagen wie die Burg Hohenstein und die Festung Rothenberg thronen weithin sichtbar über der Landschaft. Doch ihre Geschichte reicht noch viel weiter zurück: In der Höhlenruine von Hunas wurde ein bis zu 85.000 Jahre alter Neandertalerzahn entdeckt, der älteste Fund menschlicher Überreste in Bayern. Der Goldkegel von Ezelsdorf-Buch wiederum zählt zu den bedeutendsten Goldfunden Europas.
Rund 20 Spezialmuseen erzählen von diesen und vielen anderen Kapiteln, von der Urzeit über Handwerk und Hirtenkultur bis zur Raumfahrt. Dabei begegnet einem Geschichte im Nürnberger Land immer wieder dort, wo man sie vielleicht am wenigsten erwartet: in einer Höhle, hinter einer Stadtmauer oder in einem kleinen Museum mitten auf dem Land.
Wenzelburg - Credit: Frank Boxler Industriemuseum Lauf - Credit: Frank Boxler Raumfahrtmuseum - Credit: Frank Boxler Goldkegel - Credit: Thomas Geiger
Traditionen, die noch lebendig sind
Vergangenheit wird im Nürnberger Land nicht nur bewahrt, sondern vielerorts bis heute gelebt. Auf dem historischen Ludwig-Donau-Main-Kanal ziehen Kaltblutpferde ein Treidelschiff wie einst die Lastkähne auf ihrem Weg zwischen Donau und Main. Die historische Treidelschifffahrt wurde 2024 in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Auf den Hutangern zeugen alte Weideflächen von einer jahrhundertealten Hirtenkultur, während im Frühjahr kunstvoll geschmückte Osterbrunnen die Orte der Region zieren.
Auch auf den Bühnen lebt die Vergangenheit fort. Alle drei Jahre erinnern die Wallenstein-Festspiele in Altdorf an die Studentenzeit des späteren Feldherrn an der einstigen Universität, während auf Burg Thann, wo der Raubritter Eppelein von Gailingen im Jahr 1381 eine Nacht gefangen saß, die Eppelein-Festspiele seine Legende auf die Bühne bringen. Und spätestens während der Kirchweihsaison zeigt sich: Tradition ist hier kein Museumsstück, sondern gehört noch immer zum Alltag.
Treidelschiff Elfriede - Credit: Frank Boxer Wallenstein - Credit: Felix Röser
Franken auf dem Teller
Schäufele mit knuspriger Kruste, ein Bier aus einer kleinen regionalen Brauerei und Gemüse frisch vom Hof: Im Nürnberger Land schmeckt man fränkische Genusskultur besonders unmittelbar. Brauereien und Gasthäuser, Hofläden und landwirtschaftliche Betriebe zeigen, dass Regionalität hier seit jeher selbstverständlich ist. Beim Hopfen reicht die Tradition weit zurück: Rund um Hersbruck prägte der Hopfenanbau über Jahrhunderte Landschaft und Landwirtschaft. Die hier beheimatete Sorte „Hersbrucker" wird bis heute international geschätzt.
Wie eng Landwirtschaft und Gastronomie miteinander verbunden sind, zeigt auch die Regionalinitiative „Heimat aufm Teller“. Gastronomie und Landwirtschaft arbeiten hier eng zusammen und sorgen für kurze Wege von der regionalen Erzeugung auf den Teller. So lässt sich das Nürnberger Land nicht nur erwandern und erfahren, sondern auch erschmecken.
Credit: Frank Boxler Credit: Nürnberger Land Tourismus Foto: Frank Boxler
Eine Region, viele Geschichten
Vielleicht liegt gerade darin der besondere Reiz des Nürnberger Lands: Die Region lässt sich nicht auf eine einzige Stärke reduzieren. Auf eine Wanderung über die Höhen der Fränkischen Alb kann die Einkehr im fränkischen Wirtshaus folgen, hinter einer Burgruine beginnt der nächste Waldweg, und zwischen historischen Altstädten, Felsen und Flusstälern liegen oft nur wenige Kilometer. Aktiv, Natur, Kultur und Kulinarik sind hier keine getrennten Kapitel, sondern begegnen sich immer wieder aufs Neue. Und all das beginnt nur einen Katzensprung von Nürnberg entfernt.
Weitere Informationen über das Nürnberger Land gibt es unter urlaub.nuernberger-land.de.
ÜBER DIE OUTDOOR- UND GENUSSREGION NÜRNBERGER LAND
Direkt vor den Toren Nürnbergs, im bayerischen Mittelfranken, beginnt das Grün. Sanfte Hügel und dichte Wälder, dazwischen Dolomitfelsen, Flusstäler und Höhlen voller Tropfsteine. Über die Landschaft verteilen sich mehr als 100 Burgen, Schlösser und Herrensitze. In den Orten zeugen Osterbrunnen und Kirchweihen von gelebten Traditionen. Mehr als 2.000 Kilometer markierte Wanderwege und über 1.000 Kilometer Radwege laden dazu ein, die Region aktiv zu entdecken. Viele Ausgangspunkte sind bequem mit Bahn und Bus erreichbar. Für fränkischen Genuss sorgen zehn Brauereien, regionale Spezialitäten und die Initiative „Heimat aufm Teller", in der Wirte und Erzeuger zusammenarbeiten. Es ist der Vierklang aus Aktiv, Natur, Kultur und Kulinarik, der das Nürnberger Land mit seinen 27 Städten, Märkten und Gemeinden ausmacht.




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