Fischarten in Saskatchewan
- Karin Schreiber

- vor 8 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Klassiker, Räuber und stille Begleiter

Es gibt Orte, die erschließen sich nicht im Vorbeigehen. Man nimmt sich Zeit für sie – aus Lust am Entdecken, aus Neugier auf gutes Wasser und manchmal begleitet vom leisen Propellergeräusch eines Wasserflugzeugs über endlosen Wäldern. Der Norden Saskatchewans ist so ein Ort. Tausende Seen glitzern zwischen borealem Wald und felsigem Untergrund, klar, tief und voller Leben. Flüsse winden sich durch die Landschaft, mal ruhig, mal wild, mit Rinnen, Kurven und Stromschnellen, die Bewegung ins Wasser bringen. Und irgendwo dazwischen setzt ein Flugzeug sanft auf dem Wasser auf. Willkommen in einer Welt, die sich nicht aufdrängt, sondern Raum lässt – weit, ruhig und voller Geschichten, die zwischen Rute und Wasser ihren Anfang nehmen und am Lagerfeuer nachklingen.

Fly-In Lodges – Tore zur Wildnis
Die Fly-In Fishing Lodges im Norden Saskatchewans sind weit mehr als komfortable Unterkünfte. Sie sind Rückzugsorte inmitten einer Landschaft, in der die Natur den Takt vorgibt und Entfernungen neu definiert werden. Wer hier die Angel auswirft, tut das nicht zwischen Stegen und Ferienhäusern, sondern in echter Wildnis – dort, wo Fische dem Wasser gehören und wo jeder Fang Teil einer Geschichte wird, die aus dem Moment entsteht.

Fischarten in Saskatchewan
Walleye (Zander)
Ein Klassiker der kanadischen Sportfischerei und offizieller Provinzfisch Saskatchewans. Walleye sind bekannt für ihr festes, helles Fleisch – und für den überraschend harten Drill, den sie selbst an feinem Gerät liefern. Meist halten sie sich in tieferen Bereichen großer Seen auf, dort, wo Strukturen Schutz bieten und Geduld belohnt wird.
Fakten am Haken:
Rekordfang: 8,33 kg (18 lb 40 oz)
Wo? Eisangeln am Tobin Lake (2005)
Typisches Gewicht: meist zwischen 0,5–1,5 kg (1–3 lb)

Northern Pike (Hecht)
Der pfeilschnelle Räuber in Saskatchewans Seen. Hechte sind impulsiv, kraftvoll und völlig unberechenbar – ein Fisch, der keine halben Sachen macht. Besonders in flachen, krautreichen Buchten lauert er auf Beute und explodiert beim Biss regelrecht aus dem Nichts.
Fakten am Haken:
Rekordfang: 19,4 kg (42 lb 12 oz)
Wo? Lake Athabasca (1954)
Rekordmaß bei Catch & Release: 141 cm (55 in)
Wo? Mirond Lake (2008)
Typisches Gewicht: etwa 1–2,5 kg (2–5 lb)

Lake Trout (Seeforelle)
Saskatchewans heimische Seeforelle liebt Tiefe, Kälte und Weite. Sie lebt dort, wo das Wasser selbst im Hochsommer kühl bleibt, und verlangt nach schwerem Gerät und Geduld. Wer sie an den Haken bekommt, spürt sofort, dass hier ein echtes Schwergewicht aus der Tiefe kommt.
Fakten am Haken:
Rekordfang: 24,6 kg (54 lb 4 oz)
Wo? Wollaston Lake (1995)
Rekordmaß bei Catch & Release: 132 cm (52 in)
Wo? Lake Athabasca (2000)
Typisches Gewicht: meist zwischen 1–1,5 kg (2–5 lb)

Rainbow Trout (Regenbogenforelle)
Spektakulär, farbenfroh und voller Energie. Die Regenbogenforelle sorgt mit Sprüngen, langen Fluchten und purem Kampfgeist für Gänsehautmomente – und schrieb in Saskatchewan ganz nebenbei Angelgeschichte.
Fakten am Haken:
Weltrekord: 21,77 kg (48 lb)
Wo? Lake Diefenbaker (2009)
Typisches Gewicht: etwa 0,5–1,8 kg (1–4 lb)

Arctic Grayling (Arktische Äsche)
Elegant und beinahe verspielt wirkt die Arktische Äsche mit ihrer markanten Rückenflosse. Sie bevorzugt klare, kühle Flüsse und Seen im Norden und gilt vor allem unter Fliegenfischern als stiller Favorit.
Fakten am Haken:
Rekordfang: 1,96 kg (4.3 lb)
Wo? Fond du Lac River (1966)
Rekordmaß bei Catch & Release: 96,5 cm (22 in)
Wo? Grease River, Lake Athabasca (2002)
Typisches Gewicht: meist unter 1 kg (2 lb)

Brook Trout (Bachforelle)
Eine klassische Forelle, die in Saskatchewan vor allem in kühleren, klaren Gewässern zuhause ist. Sie steht weniger für Rekorde als für feines, ruhiges Angeln – und für das Gefühl, ganz bei sich zu sein.
Fakten am Haken:
Rekordfang: 3,5 kg (7 lb)
Wo? Loch Leven (2004)
Typisches Gewicht: 0,5–1 kg (1–2 lb)
Yellow Perch (Gelbperch)
Klein, lebhaft und zahlreich. Gelbbarsche sorgen für konstante Action am Haken und sind ideal für entspannte Angeltage oder als willkommener Beifang zwischen größeren Fängen.
Fakten am Haken:
Rekordfang: 1,26 kg (2 lb 12,4 oz)
Wo? St. Brieux Lake (2012)
Typisches Gewicht: rund 250 g (0.55 lb)
Die leisen Begleiter
Nicht jeder Fisch in Saskatchewan steht im Rampenlicht. Manche begleiten einen Angeltag fast unauffällig, gehören aber so selbstverständlich dazu, dass man sie erst vermisst, wenn sie fehlen. Whitefish (Maränen) etwa sind in der gesamten Provinz verbreitet und tauchen in vielen Seen ganz nebenbei auf – verlässliche Bewohner der Tiefe. In den großen Flusssystemen des Saskatchewan und Churchill River trifft man auf Sauger, stille Verwandte des Zanders, die oft genau dort stehen, wo das Wasser ruhig fließt.
Das schimmernde Goldeye (Goldauge) wiederum gehört zum Saskatchewan River wie das langsame Ziehen der Strömung selbst und findet sich auch in den Gewässern rund um den Cumberland Lake. Weiter im Süden begegnet man Brown Trout (Bachforellen), die in ausgewählten Seen gezielt eingesetzt wurden und dort inzwischen ihren festen Platz haben. Ähnlich verhält es sich mit dem Splake, einer Kreuzung aus Bach- und Seeforelle, der in einigen Gewässern heimisch geworden ist.
Und dann ist da noch der Largemouth Bass (Großmaulbarsch) – kein typischer Bewohner der kanadischen Prärie, aber rund um das Rafferty Reservoir im Südosten der Provinz durchaus anzutreffen. All diese Arten sind Teil der Geschichte und machen deutlich, wie vielschichtig und überraschend die Fischwelt Saskatchewans tatsächlich ist.
Mehr als Angeln
Was Saskatchewan so besonders macht, ist nicht nur die Vielfalt unter der Wasseroberfläche. Es ist das Gesamtpaket: das Ankommen per Wasserflugzeug, die Weite auf dem See, das leise Kribbeln beim Auswerfen, das Warten – und die plötzliche Spannung im Arm beim ersten Anbiss. Beim Shore Lunch am Ufer wird der Fang des Tages frisch in der Pfanne zubereitet. Wenn der Tag sich schließlich neigt, kehrt an der Lodge entspannte Ruhe ein. Nach einem erfüllten Tag auf dem Wasser knistert das Feuer, und in der Ferne ruft ein Loon zur Nacht. In Saskatchewan ist Angeln Anlass und Begleiter zugleich - der rote Faden, der alles miteinander verbindet.
Wer einmal hier war, nimmt mehr mit nach Hause als Fotos und Geschichten von großen Fischen. Es ist dieses Gefühl von Weite, von Zeitlosigkeit und von echter Wildnis, das bleibt. Und vielleicht die leise Gewissheit, dass irgendwo zwischen Wald und Wasser des Nordens noch viele Angellegenden darauf warten, geschrieben zu werden.
Weitere Informationen gibt es unter www.tourismsaskatchewan.com.















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