• Karin Schreiber

Schaurigschöner Spuk in Saskatchewan


Spukgeschichten in Saskatchewan - Credit: Tourism Saskatchewan & Greg Huszar Photography

Unheimliche Stimmen, geisterhafte Schritte, Türen, die sich von alleine öffnen, seltsame Lichterscheinungen, das Gefühl, beobachtet zu werden… Die Liste der gruseligen Aktivitäten, von denen man in Saskatchewan berichtet, ist lang. Zartbesaiteten Gemütern lässt sie das Blut in den Adern gefrieren. Die Voraussetzungen für Spukgeschichten sind in der Prärieprovinz in Kanadas Mitte ideal, gibt es hier doch tausende von gespenstisch schönen, verwitterten Gebäuden - opulente Stadtvillen, charmante Farmhäuser, kuriose Scheunen, leere Getreidesilos und sogar einen Geisterzug! Und bei einem Roadtrip auf dem Highway 13 verbindet der sogenannte Ghost Town Trail zwischen den Gemeinden Wauchope und Govenlock gleich 32 verlassene Dörfer. Lokaler Aberglaube und unheimliche Spukgeschichten liefern eine einzigartige Perspektive auf Saskatchewan. Wer sich darauf einlässt, darf sich auf jede Menge schaurigschöner Abenteuer freuen.



Das Government House in der Provinzhauptstadt Regina ist mit einer langen Historie an Gruselgeschichten behaftet und zählt eine ganze Reihe mysteriöser Bewohner. Nächtliche Stimmen lachender Kinder, schreiende Babys, eiskalte Luftströme oder furchterregende Gesichter, die plötzlich neben dem eigenen im Spiegel erscheinen, versetzen Besucher in Angst und Schrecken. Die berühmteste Erscheinung ist jedoch „Howie“, der einstige Koch des Vizegouverneurs Archibald Peter McNab, welcher von 1936 bis 1945 in Saskatchewan regierte. Howie ist die einzige Person, die tatsächlich im Government House verstorben ist. Ruhelos streift er durch das herrschaftliche Gebäude und macht sich durch seine körperlosen Schritte, durch das Öffnen von Türen und durch das Räumen von Gegenständen bemerkbar.

Government House in Regina - Credit: Tourism Saskatchewan & J.F. Bergeron/ENVIRO FOTO

Paranormale Aktivitäten verspüren seit vielen Jahren auch die Mitarbeiter in Saskatchewans vier Western Development Museen. Aufgrund der Fülle an Meldungen wurde bereits eine offizielle Untersuchung durchgeführt, deren Ergebnisse im Buch „You Are Not Alone“ nachzulesen sind. Hier wird von schauerlichen Stimmen, umfallenden Objekten und einer mysteriösen Dame in einem roten Kleid berichtet, die sich ihre Zeit offensichtlich gerne im Café des Western Development Museums in Saskatoon vertreibt.

Western Development Museum Saskatoon - Credit: Tourism Saskatoon & Carey Shaw Photography

Ein paar Ecken weiter steht direkt am Ufer des South Saskatchewan River das legendäre Delta by Marriott Bessborough. Das Hotel zählt zu den historischen Sehenswürdigkeiten Saskatoons und ist berühmt für sein schlossähnliches Erscheinungsbild. Von 1928 bis 1932 wurde es von der Canadian National Railway erbaut, bevor es im Jahr 1935 als „The Bessborough“ eröffnet wurde. Auffällig ist ein großer Riss im Marmorboden der Hotellobby. Die Legende besagt, dass ein Mitarbeiter an dieser Stelle einst über sieben Stockwerke in den Tod stürzte. Von Zeit zu Zeit soll sein Geist den Hotelgästen noch heute als „Man in Grey“ erscheinen, ein geheimnisvolles Wesen in grauem Anzug und Filzhut. Die Spukgestalt spricht nicht, sondern lächelt jeden freundlich an, der sie zu Gesicht bekommt. Augenzeugen glauben zumeist, eine lebende Person gesehen zu haben, bis man ihnen von der Legende berichtet.

Delta Hotel by Marriott Bessborough - Credit: Tourism Saskatchewan &Eric Lindberg

Auch an der Marr National Historic Site kann man schnell mal vor Grusel erblassen. Die im Jahr 1884 erbaute Marr Residence ist das älteste noch an seinem ursprünglichen Standort stehende Haus in Saskatoon. Das Gebäude, das während der Northwest Rebellion 1885 als Feldlazarett für verwundete Soldaten diente, beheimatet der Legende nach gleich zwei Geister. Der erste soll die Seele eines wütenden Mannes sein, der zu Lebzeiten Frauen schikaniert hat. Mitarbeiter und Besucher berichten, dass sie seine körperlose Stimme hören, die unhöfliche Bemerkungen macht. Bei der zweiten Erscheinung soll es sich um den Geist eines Kindes handeln, das am Vorderfenster des Gebäudes steht. Manche beschreiben ein seltsames Licht oder eine Kugel, die das Gesicht eines Kindes enthält.

Marr Residence - Credit: Tourism Saskatchewan

Bei einer Wanderung zum historischen Gehöft von Nicolle Homestead ist gerne mal ein leises Flüstern zwischen den Bäumen zu hören. Das Steinhaus aus den 1880er Jahren liegt völlig abgelegen im Wald des Buffalo Pound Provincial Parks und ist nur über einen Pfad zu erreichen. Und auch hier soll es spuken! Hier ein Rascheln, dort ein paar Schritte – ist das tatsächlich ein Gespenst oder vielleicht doch nur ein Hirsch?

Nicolle Homestead - Credit: Discover Moose Jaw

In der Nähe des Städtchens Kipling steht die neugotische Bekevar Church, die im Jahr 1911 als Kirche ungarischer Einwanderer errichtet wurde. An nebligen Tagen geht von dem wunderschönen Gemäuer eine mehr als gruselige Atmosphäre aus. Wie bei vielen ländlichen Gotteshäusern, gehört zu dem landschaftlich schön gestalteten Kirchengelände auch ein Friedhof…. Wer auch immer hier umherwandert, scheint es zu mögen, ohne Anlass die Kirchenglocken zu läuten. Besucher haben darüber hinaus von seltsamen Gerüchen und Unwohlsein berichtet.

Bekevar Church - Credit: Andrea Oxtoby

Über den Geisterzug von St. Louis schließlich gibt es viele Augenzeugenberichte. Es heißt, der Ghost Train fahre um Mitternacht auf einem stillgelegten Bahngleis. Ein Licht erscheint in der Ferne, kommt näher und gleitet vorbei. Gerüchten zufolge handelt es sich hierbei um einen betrunkenen Bremser, der einst an dieser Stelle durch einen vorbeifahrenden Zug enthauptet wurde. Sein Geist ist nun mit einer Laterne unterwegs, um den verlorenen Schädel zu finden.

Ghost Train St. Louis - Credit: Bild via The Occult Museum

Schaurigschöner Werbegag oder echter Spuk? Da hilft nur eins: Vorbeikommen und selbst herausfinden!


Weitere Informationen über Saskatchewan gibt es unter www.tourismsaskatchewan.com.

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