• Karin Schreiber

Kultur am Wegesrand: Historische Wahrzeichen beim Roadtrip durch Saskatchewan


Holy Trinity Anglican Church Provincial Historic Site - Credit: Tourism Saskatchewan & Eric Lindberg

In Kanadas riesiger Prärieprovinz Saskatchewan finden sich zahlreiche Spuren aus ihrer Jahrtausende alten Besiedlungsgeschichte durch den Menschen. Angefangen bei den indigenen Völkern, die einst in den Flusstälern ihr Lager aufschlugen, bis hin zu den Missionaren, die im abgelegenen Norden der Provinz Kirchen errichteten, um christliche Gemeinden zu gründen. Ein Roadtrip durch Saskatchewan führt zu manch einem dieser spannenden Orte und bietet Einblick in die überraschende Geschichte der Provinz!


Indigene Steinbilder in den Big Muddy Badlands


Die hügelige Szenerie der Big Muddy Badlands im Südosten Saskatchewans begeistert mit verwitterten Spitzkuppen, kegelförmigen Hügeln, steilen Klippen und Formationen aus erodierten Ton- und Sandsteinablagerungen. Das Tal ist zum Ende der letzten Eiszeit durch riesige Mengen an Schmelzwasser entstanden und ganze 55 Kilometer lang, 3,2 Kilometer breit und bis zu 160 Meter tief. Über die Jahrhunderte hinweg haben weitere Erosionen die Hügel abgerundet sowie Gänge und Höhlen gebildet, die die Region so interessant machen. Nicht zu übersehen türmt sich hier auch der Castle Butte auf. Der 70 Meter hohe Felsen aus Sandstein und gepresstem Ton hebt sich mächtig aus der flachen Prärielandschaft empor und diente schon seit jeher als Orientierungspunkt - auch bereits den Ureinwohnern. Überreste der hier ansässigen indigenen Völker sind überall in der Region zu finden: zeremonielle Kreise, historische Buffalo Jumps, die zur Bisonjagd genutzt wurden, und nicht zuletzt außergewöhnliche Steinbilder, die Namen wie Minton Turtle oder Big Beaver Buffalo tragen und zur Mystik und Magie der Landschaft beisteuern.


Im Rahmen geführter Big Muddy & Outlaw Cave Touren ab Coronach kann die Region mit ihren kulturhistorischen Stätten erkundet werden. Die nächstgelegenen Unterkünfte befinden sich in Assiniboia oder Moose Jaw.


Claybank Brick Plant National Historic Site


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Saskatchewan einer der größten Ziegelproduzenten der Welt. Das Ziegelwerk Claybank aus dem Jahr 1914 ist heute eine National Historic Site mit pädagogischem Auftrag. Das Werk befindet sich in der Nähe des Dorfes Avonlea und liegt nur eine kurze Autofahrt von Regina oder Moose Jaw entfernt. Besucher können sich über den Herstellungsprozess von Ziegeln informieren, vom Ton bis zum Brennofen. Auch der dazugehörige Souvenirladen sowie eine Bäckerei laden zu einem Besuch ein. Wer einen weiteren Tag im Reisegepäck hat, sollte im Museum von Avonlea eine Tour durch die nahe gelegenen Avonlea Badlands buchen.


Indigenes Medizinrad im Wanuskewin Heritage Park


Nördlich von Saskatchewan liegt oberhalb des Opimihaw Valley das einzigartige Wanuskewin mit seiner mehr als 6.000-jährigen Geschichte der Ureinwohner der Northern Plains. Neunzehn archäologische Ausgrabungsstätten aus der Zeit vor der Begegnung mit den weißen Siedlern wurden im Areal des Kulturerbe-Parks gefunden. Im Frühling können Besucher den Archäologen bei der Ausgrabung und Katalogisierung ihrer Funde zusehen.


Eines der faszinierendsten indigenen Bauwerke im Park ist das Medizinrad, das vor etwa 1.500 Jahren gebaut wurde. Es befindet sich auf einer Anhöhe, von der aus man einen weiten Blick auf das Gelände genießen kann, und ist das am nördlichsten gefundene Medizinrad in der nordamerikanischen Tiefebene. Wanuskewin verfügt außerdem über ein spannendes Informationszentrum mit zwei Galerien, Tagungsräumen, einem Souvenirladen und einem Restaurant mit indigen inspirierter Küche.


Marr National Historic Site in Saskatoon


Die Marr Residenz aus dem Jahr 1884 war eines der ersten Häuser, die in der Temperance Kolonie von Saskatoon errichtet wurden. Einen besonderen Platz in der Geschichte Kanadas erwirkte es, als es während der Nordwest-Rebellion im Jahr 1885 als Feldlazarett diente. Gerüchteweise spukt es in dem Gebäude, daher sollte man bei einem Rundgang stets Augen und Ohren offenhalten!


Prince Albert Arts Centre in Prince Albert


Prince Albert ist Saskatchewans nördlichste größere Stadt und beheimatet eines der ältesten Häuser der Provinz, das einst gleichzeitig als Rathaus und Opernhaus diente. Die kanadischen Prärien sind übersät mit "Opernhäusern" – beeindruckende multifunktionale Bauwerke, die für gewöhnlich Verwaltungsbüros, eine Feuerwehrhalle mit einer Kuppel für Trockenschläuche und ein Auditorium für Versammlungen und Konzerte kombinierten. Heute beherbergt das The Prince Albert Arts Centre die J.V. Hicks Gallery sowie ein Töpferatelier, Kunstprogramme und einen Versammlungsraum.


Holy Trinity Anglican Church in der Stanley Mission


Die Holy Trinity Anglican Church Provincial Historic Site ist Saskatchewans ältestes aufragendes Gebäude und steht auf der Bucket List so manch eines abenteuerlustigen Reisenden. Die Kirche wurde zwischen 1854 und 1860 errichtet und enthält noch immer viele der originalen Bauteile, darunter Scharniere, Schlösser und Glasmalereien, die seinerzeit von den Missionaren aus England mitgebracht wurden. Die Kirche befindet sich im Lac La Ronge Provincial Park und ist nur mit dem Boot erreichbar.


In Saskatchewan gibt es noch zahlreiche andere einzigartige Gotteshäuser, deren Besichtigung sich lohnt: beispielsweise die Our Lady of Assumption Co-Cathedral in Gravelbourg oder das Doukhobor Prayer Home in Veregin, aber auch jede der vielen ukrainischen Zwiebelturm-Kirchen, die im Osten der Provinz verstreut liegen.

Weitere Informationen gibt es unter www.tourismsaskatchewan.com.