• Karin Schreiber

In Wanderschuhen durch die Wildnis: Die coolsten Trails der Northwest Territories


Wandern in der Sahtu Region der Northwest Territories - Credit: Angela Gzowski

Die Northwest Territories sind ein wahres Wildnis-Paradies mit unendlich vielen Wanderwegen durch malerische Landschaften – von befestigten stadtnahen Pfaden bis hin zu abenteuerlichen Steigen im großartigen Hinterland des Nordens. Die coolsten Trails durch die wilden und wunderbaren Northwest Territories stellen wir hier vor:


Sunblood Peak

Für viele steht der Nahanni National Park vor allem für einzigartige Paddelerlebnisse. Aber sein alpines Wegenetz an Backcountry Trails hebt das Outdoor-Abenteuer nochmal auf ein ganz anderes Level. Eine Wanderung zum Gipfel des 1.450 Meter hohen Sunblood Peaks, der sich über den legendären Virignia Falls erhebt, ist vielleicht eines der prominentesten Erlebnisse im Park. Der 16 Kilometer lange Rundweg beginnt direkt auf der anderen Flussseite des Virginia Falls Campgrounds, führt in nordöstlicher Richtung durch einen alten Fichtenwald und schließlich über einen offenen Bergrücken zum Gipfel. Einzigartige Panorama-Ausblicke sind dabei garantiert!


Sunblood Peak im Nahanni National Park - Credit: Willy Waterton

Ibyuk Pingo

Im äußersten Norden der Northwest Territories erhebt sich außerhalb der kleinen Gemeinde Tuktoyaktuk aus der flachen Tundralandschaft ein bauchiger, mit Eis gefüllter Hügel. Mit einer Breite von mehr als 300 Metern an seiner Basis und der Höhe eines 15-stöckigen Gebäudes ist Ibyuk der zweitgrößte „Pingo“ der Erde! Ein kurzer Pfad schlängelt sich zu einem malerischen Aussichtspunkt auf diesem Naturwunder der westlichen Arktis.

Ibyuk Pingo - Credit: JF Bergeron

Canol Trail

Es gibt Wildnis-Trails, und dann gibt es den Canol Trail! Dieser 355 Kilometer lange Pfad folgt einer stillgelegten Militärstraße, die einst die Mackenzie Mountains durchquerte, und ist möglicherweise Nordamerikas härtester Wanderweg. Die meisten Wanderer benötigen in der Regel drei Wochen, um die Strecke zwischen Norman Wells, dem „Gateway to Adventure“, und der Grenze zum Yukon Territory zurückzulegen. Verpflegung, Ausrüstung und ein aufblasbares Floß führen sie dabei stets mit sich, um die vielen reißenden und von Gletschern gespeisten Flüsse überqueren zu können. Eine anspruchsvolle Übung in punkto Selbstversorgung und Ausdauer!

Canol Trail - Credit: JF Bergeron

Salt Plains

So manch einer reibt sich bei einem Besuch des Wood Buffalo National Parks erstaunt die Augen, wenn er westlich von Fort Smith die schimmernde, perlmuttfarbene Wüste erblickt, die sich bis zum fernen Horizont erstreckt – die einzigartigen Salt Plains. Quer durch die surreal wirkende Ebene sprudeln hier aus Quellen unterirdische Salzrückstände eines vorzeitlichen Meeres an die Oberfläche und formen an manchen Stellen Hügel von bis zu zwei Metern Höhe. Im Frühjahr verteilt sich das Salz über die gesamte Fläche und bildet dabei faszinierende weiße Muster auf dem Boden. Ein kurzer Fußmarsch vom Salt Plains Aussichtspunkt führt serpentinenförmig die steile Böschung in die Ebene hinab. Markierte Wanderwege gibt es hier nicht, dafür einen wunderbaren Eindruck von Solequellen, Salzhügeln und der salztoleranten Vegetation sowie natürlich eine Vielzahl an Spuren der unterschiedlichsten Tierarten, die das Gebiet als Salzlecke nutzen. Schuhe aus und barfuß über die Salt Plains – eine Wohltat für die Füße!

Salt Plains im Wood Buffalo National Park - Credit: Hanna Eden & NWT Tourism

Frame Lake Trail

Der sieben Kilometer lange Rundweg am Ufer des Frame Lakes im Herzen von Yellowknife ist der beliebteste Wanderweg der Stadt und hat von allem etwas zu bieten. Die östliche Seite des Trails ist ein gemütlicher, asphaltierter Weg, der zu einigen architektonischen Schätzen der Provinzhauptstadt führt, z.B. zur Territorial Legislative Assembly, zur City Hall und zum berühmten Prince of Wales Northern Heritage Centre. Der westliche Teil des Weges hingegen bietet einen Vorgeschmack auf das Hinterland des Nordens. Er führt über hügelige Felsvorsprünge, durchquert auf komfortablen Holzstegen eine mit Schwarzfichten besetzte Sumpflandschaft und beheimatet zahlreiche einheimische Wildtiere, darunter viele Wasservögel, Bisamratten und Füchse.

Frame Lake Trail in Yellowknife - Credit: Dave Brosha Photography

Fairy Meadows

Gibt es im Nahanni National Park tatsächlich noch etwas besseres als die himmelhohen Gipfel der Berggruppe Cirque of the Unclimbables? Ja! Die legendären Fairy Meadows - eine flache, grüne Oase im Herzen dieser berühmten Kathedrale aus grauen Bergspitzen. Die blühende Wiese ist üppig besetzt mit zarten alpinen Wildblumen in allerlei Farben und dient den Gebirgskletterern zur Vorbereitung auf ihre schwindelerregenden Aufstiege. Aber auch für Nicht-Alpinisten gibt es hier genug zu tun: auf den sanften Pfaden wandern, ein Sonnenband inmitten der alpinen Wildblumenwiese genießen, die Falken und Murmeltiere beobachten oder einfach im Schatten der eindrucksvollen Gipfel faulenzen.

Fairy Meadows und der Cirque of the Unclimbables - Credit: Gary Bremner & NWT Tourism

Twin Falls Gorge Trail

Der leicht zu bewältigende Twin Falls Gorge Trail folgt dem Lauf des wunderschönen Hay River Canyons. Er beginnt im Städtchen Enterprise und führt über acht Kilometer durch ein üppiges boreales Waldgebiet in Richtung Süden. Der Weg ist gut ausgeschildert und bietet großartige Ausblicke auf die klaffende Kalksteinschlucht und die wunderbaren Naturschätze des Twin Falls Gorge Territorial Parks, darunter die Zwillings-Wasserfälle Louise Falls und Alexandra Falls, an denen der Pfad endet.

Louise Falls Im Twin Falls Gorge Provincial Park - Credit: George Fischer & NWT Tourism

Ram Plateau

Das monumentale Ram Plateau im Nahanni National Park ist eine kleine Erinnerung daran, dass in den Northwest Territories die Natur regiert. Die Hochebene gleicht einer enormen Tischplatte aus Dolomit, die von den Mackenzie Mountains umgeben und von steil abfallenden Canyons durchzogen ist. Auf diesem faszinierenden Tafelberg gibt es jede Menge Leben: Dallschafe, Bären, Bergkaribus, Greifvögel und eine Unmenge alpiner Wildblumen.

Ram Plateau im Nahanni National Park - Credit: Hans-Gerhard Pfaff

Portage rund um die Virginia Falls

Die Portage rund um die Virginia Falls dient im eigentlichen Sinne den Paddlern, um ihr Kanu oder Kajak um den legendären Wasserfall des Nahanni National Parks herumzutragen. Sie ist bei weitem kein langer Pfad (nur zwei Kilometer lang) oder schwieriger Weg (bergab auf einem Holzsteg). Aber holla, sie folgt einer wunderschönen Strecke, die auch Wanderern nicht vorenthalten werden sollte! Der Trail beginnt völlig gefahrlos oberhalb der Virginia Falls und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Stromschnellen der Sluice Box Rapids, an denen der Nahanni zu einem reißenden Strom wird. Weiter geht es zum Mason's Rock, dem großen steinernen Wächter, der den Fluss in zwei Teile teilt. Schließlich windet sich der Weg zu einem Aussichtspunkt an der Abbruchkante der Virginia Falls selbst, wo die Wassermassen 30 Stockwerke in die Tiefe stürzen und am Boden mit furchterregender Wucht explodieren. Der Weg endet an dem gepflasterten Strand unterhalb der Fälle - perfekt für ein Picknick oder um im Kanu weiter flussabwärts zu paddeln, wo weitere eindrucksvolle Naturschönheiten warten.

Virginia Falls - Credit: Hans-Gerhard Pfaff

Sambaa Deh Canyon

Bei der Fahrt von Fort Providence nach Fort Simpson ist ein Stopp an der klaffenden Schlucht des Sambaa Deh Canyons ein Muss. Hier, ganz in der Nähe der Gemeinde Jean Marie River, schneidet sich der Trout River seinen Weg durch einen dichten Fichtenwald. Die meisten Besucher fotografieren den kleinen Wasserfall an der Straße, wo sich der Fluss durch einen schmalen Spalt aus Kalkstein zwängt und über eine steil abfallende Kante schießt. Wenn man jedoch dem dichten Netz an Wanderwegen folgt, das sich entlang des Canyons zieht, gibt es weitaus mehr zu entdecken! Etwa 1,5 Kilometer stromaufwärts liegen beispielsweise die idyllischen Coral Falls, die ihren Namen den zahlreichen fossilen Korallen verdanken, die in der Region gefunden wurden. Stromabwärts wiederum führt der Weg hinunter zum Wasser, wo sich beste Möglichkeiten zum Angeln bieten.

Sambaa Deh Falls - Credit: Darren Roberts

Cameron Falls Trail

Eine schöne kleine Wanderung durch die typische nördliche Landschaft des kanadischen Schildes ist rund 45 Kilometer östlich von Yellowknife zu finden. Der Cameron Falls Trail windet sich hier durch immergrüne Wälder, über Holzstege und hügelige Felsvorsprünge, bis man, rund 20 Minuten später, den Aussichtspunkt gegenüber des Wasserfalls erreicht. Hier stürzt sich der Cameron River auf 17 Metern entlang einer schrägen Steinwand in die Tiefe. Ab nun geht es flussaufwärts weiter, bis man über eine Brücke auf die andere Flussseite gelangt, wo exzellente Picknick- und Angelmöglichkeiten sowie an heißen Tagen Badespaß am Fuße des Wasserfalls warten.

Cameron Falls - Credit: Hans-Gerhard Pfaff

Weitere Informationen über die Northwest Territories gibt es unter www.spectacularnwt.de.

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