• Michaela Arnold

Hip in Saskatchewan: Spaß beim Stand-Up Paddling in der Prärie

Aktualisiert: 8. Mai 2019


Standup Paddling in Cypress Hills Interprovincial Park - Credit: Tourism Saskatchewan / Paul Austring

„Kisiskatchewani Sipi - schnell fließender Fluss“, so nannten die Cree Indianer den Saskatchewan River und gaben der sonnigen Prärieprovinz im Herzen Kanadas damit ihren Namen. Sehr treffend, denn ein Achtel der Fläche Saskatchewans besteht aus Frischwasser! Ein Paradies für Wassersportler jeglicher Art! Beschauliches Angeln, gemütliches Paddeln, sportliches Kanufahren, wildes River Rafting oder einfach ein kühner Sprung ins erfrischende Nass an einem der mehr als 100.000 Seen – hier ist für jeden etwas dabei. Wer neben den bewährten Sportarten Lust auf neue Erlebnisse im – oder besser auf dem – Wasser hat, sollte sich einfach mal im trendigen „SUPen“ versuchen – dem Stand-Up Paddling. Ganz ohne Vorkenntnisse kann man dabei auf einem Paddelboard stehend über das Wasser gleiten und die wunderbare Landschaft Saskatchewans einmal aus einer ganz anderen Perspektive auf sich wirken lassen. Ich hab’s gewagt und hatte ein echtes Aha-Erlebnis!


Etwas wackelig stehe ich breitbeinig auf meinem Paddelboard und versuche, die Balance zu halten. Als SUP-Neuling stelle ich mich wohl noch etwas ungeschickt an, aber das wird schon… Übung macht bekanntlich den Meister! Nach einigen Abstürzen mit unfreiwilligem Tauchgang (herrlich erfrischend!), gewinne ich zunehmend an Stabilität und kann mich dem eigentlichen Paddeln widmen. Dank ausführlicher Einweisung des Paddelboard-Vermieters weiß ich – zumindest theoretisch – ziemlich genau, was zu tun ist: das Paddel mit gestrecktem Arm seitlich vorne ins Wasser stechen und dann ganz nah am Board nach hinten ziehen. Dann aus dem Wasser nehmen und möglichst gerade wieder nach vorne bringen, um es erneut einzutauchen. Gleichmäßig und rhythmisch. Seitenwechsel nicht vergessen, sonst fährt man im Kreis. Nach ein paar Zügen klappt es bei mir schon recht gut und ich wage es, den Kopf zu heben. Das malerische Seeufer zieht an mir vorüber, die Grillen zirpen im Gras. Ich befinde mich im malerischen Hügelland des wunderbaren Cypress Hills Interprovincial Parks im äußersten Südwesten Saskatchewans. Hier, wo die weite, offene Prärie auf majestätische Kiefernwälder trifft, türmen sich die Cypress Hills auf fast 1.500 Höhenmeter auf und sind somit die höchste Landerhebung zwischen den Rocky Mountains und Labrador! Die pittoreske Landschaft ist von Wald, idyllischen Seen und sanften Flussläufen geprägt und damit ein idealer Ort für Outdoor-Abenteuer und natürlich Tierbeobachtungen. Meine Chancen stehen gar nicht so schlecht, direkt vom Paddelboard aus Rehe oder sogar einen Elch zu sehen! Ganz in der Nähe meiner Unterkunft, dem The Resort at Cypress Hills, konnte ich mein Paddelboard an der Loch Leven Marina ausleihen und von dort aus direkt in bzw. auf den See stechen. Ein Traum!


Doch meine Stand-Up Paddling-Reise durch Saskatchewan geht noch weiter. In der gesamten Provinz bieten meist junge Anbieter entsprechende Programme an, sogar in den Städten! Individuelle Trainings oder Einführungskurse in der Gruppe gibt es beispielsweise bei Escape Sports in Saskatoon (gepaddelt wird hier auf dem South Saskatchewan River), bei Explore Sports in Regina (gepaddelt wird hier auf dem Wascana Lake in Regina oder auf dem Lake Diefenbaker) oder bei Queen City SUP, ebenfalls in Regina (auch dieser Anbieter ist auf dem Wascana Lake unterwegs). Der reine Verleih von Paddelboards erfolgt hier stunden-, tages- oder auch wochenweise.


Ein Highlight ist sicherlich das Stand-Up Paddling am Little Manitou Lake im Südosten Saskatoons, wo ich das nötige Equipment bei Salty Seaweed Surf Shack in Manitou Beach ausleihen kann. Hier macht das Abstürzen so richtig Spaß, denn das Wasser des Little Manitou Lake gibt mir durch seinen hohen Salzgehalt ordentlich Auftrieb – fast wie am Toten Meer. Leichtigkeit à la Saskatchewan!


Weiter nördlich im Prince Albert National Park werde ich bei Waskesiu Marina am Yachthafen des Lake Waskesiu fündig. Auch hier werden die Paddelboards stunden- oder tageweise angeboten und ich kann an jedem beliebigen der schönen Sandstrände des Sees loslegen. Auch wenn der Lake Waskesiu ein sehr beliebtes Ferienziel und an den Stränden daher ordentlich Betrieb ist, zeigt sich mir die einzigartige Natur des Nationalparks vom Paddelboard aus in ihrer vollen Pracht. Der Prince Albert National Parkgilt weitläufig als Tor zum wilden und waldigen Norden Saskatchewans. Hier, am südlichen Zipfel des größten Waldgebietes Kanadas, befindet sich ein Mosaik aus Wäldern, Tundramoos und Seen, das den borealen Nadelwald ausmacht und an Schönheit kaum zu übertreffen ist.


Beschaulich geht’s im Meadow Lake Provincial Park im Nordwesten Saskatchewans zu. Wie Perlen an einer Kette reihen sich hier glitzernde Seen auf einer Länge von mehr als 100 km aneinander. Über 20 Stück sind es, manche groß und beeindruckend, manche klein und gemütlich. Viele bieten Freizeitspaß für Wasserratten und Sonnenanbeter. Barfuß mit Sand zwischen den Zehen spaziert es sich hier am besten entlang der langen Sandstrände. Zum SUP’en komme ich direkt an meiner Unterkunft, der wunderbaren Waters Edge Eco Lodge, die mitten im Wald am Ufer des schönen Greig Lake liegt. Nach einer erholsamen Nacht in meinem gemütlichen Zimmer mit Seeblick und einem ausgiebigen Frühstück aus lokalen Produkten (die Lodge hat einen eigenen Bio-Garten!), schnappe ich mir eines der Paddelboards, die den Gästen kostenlos zur Verfügung stehen, und stürze mich ins nasse Vergnügen. Inzwischen bin ich auf dem Board derartig sicher, dass ich meine Augen in aller Ruhe durch die Landschaft streifen lassen kann. Und da ist es dann endlich – mein ultimatives Paddelboard-Erlebnis: Am Ufer steht ein stattlicher Elch-Bulle, die Vorderläufe im Wasser, und beobachtet mich aufmerksam. Glücklich schaue ich zurück und genieße den Augenblick. Mittendrin in der Natur Saskatchewans – das Paddelboard macht’s möglich!


Weitere Infos über Saskatchewan gibt es unter www.tourismsaskatchewan.com.