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Vogelbeobachtung unter weitem Himmel: Gefiederte Begegnungen in Manitoba

Credit: Dennis Fast (Courtesy of Travel Manitoba)
Credit: Dennis Fast (Courtesy of Travel Manitoba)

Manitoba ist bekannt für seine großen Bilder: endloser Himmel, unzählige Seen, Eisbären und tanzende Polarlichter. Wer jedoch mit Fernglas unterwegs ist und genauer hinhört, entdeckt eine leisere Ebene der Provinz – reich, vielseitig und erstaunlich konstant. Sie offenbart sich nicht nur zur Zeit des Vogelzugs, sondern im Rhythmus aller vier Jahreszeiten.



Schon die Hauptstadt Winnipeg stimmt auf diese leise Seite Manitobas ein. Mitten im Stadtgebiet bewahrt FortWhyte Alive auf rund 267 Hektar eine grüne Oase, die sich überraschend weit vom urbanen Alltag entfernt anfühlt – und doch mühelos erreichbar ist.

Prärien, Feuchtgebiete und Seen formen hier ein lebendiges Klassenzimmer, in dem Vögel und Besucher gleichermaßen Teil des Geschehens sind. Zwar lassen sich das ganze Jahr über zahlreiche Arten beobachten, doch während der Vogelzüge im Frühjahr und Herbst erreicht die Vielfalt ihren Höhepunkt.


Credit: Travel Manitoba
Credit: Travel Manitoba

Im Herbst steigert sich das Erlebnis zu einem fast dramatischen Schauspiel: Tausende Kanadagänse versammeln sich vor ihrem Abflug gen Süden. Wenn bei Sonnenuntergang der Himmel von Klang und Bewegung erfüllt wird und die Gänse in dichten Wellen aufsteigen, wird der Himmel zur Bühne für die Sunset Goose Flights von FortWhyte Alive. Sie sind ein eindrucksvoller Einstieg in Manitobas vielfältige Vogelwelt und zugleich die perfekte Einstimmung auf eines der bedeutendsten Vogelschutzgebiete der Provinz, nur wenige Kilometer nördlich der Stadt.


Dort liegt Oak Hammock Marsh, eines der wichtigsten Zentren der Vogelbeobachtung in Manitoba. Was einst entwässertes Ackerland war, gilt heute als eines der erfolgreichsten Feuchtgebiet-Renaturierungsprojekte Kanadas. Holzstege und Aussichtstürme führen hinein in ein Mosaik aus Teichen, Schilf und Präriegras, in dem Zehntausende Vögel während des Zugs Rast machen. Schneegänse steigen in wirbelnden Wolken auf, Kraniche verkünden mit archaischen Rufen ihre Präsenz, und im Sommer tasten sich zierliche Watvögel durch die seichten Bereiche. Oak Hammock Marsh ist leicht zugänglich, didaktisch klug gestaltet und geradezu prädestiniert für Fotografen – ein sanfter Einstieg in die Vogelvielfalt Manitobas.




Von hier aus wenden wir den Blick nach Norden. Weit nach Norden. Jenseits der Baumgrenze, wo der boreale Wald in Tundra übergeht und die Hudson Bay kalte Luft ins Land haucht, liegt Churchill. Der Ort ist berühmt für Eisbären und Belugawale, doch für Vogelbeobachter mindestens ebenso faszinierend. Über 270 Vogelarten wurden in und um Churchill dokumentiert, darunter zahlreiche arktische und subarktische Spezies, die weiter südlich kaum zu sehen sind.


Eine zentrale Rolle spielt dabei das Churchill Northern Studies Centre (CNSC), das Forschung und Bildung mit geführten Naturerlebnissen verbindet. Hier geht es nicht nur darum, welche Vögel man sieht, sondern warum ausgerechnet hier. Schneeeulen, Spornammern, Raubmöwen und Seevögel gehören zu einer Landschaft, in der Wissenschaft und entschleunigte Beobachtung Hand in Hand gehen. Besonders intensiv ist das Lernprogramm Springs & Wings, eine Art Bildungsurlaub zum Thema Vogelbeobachtung zur dynamischen Zeit des Frühjahrszuges, der tiefes Fachwissen mit praktischer Feldbeobachtung verbindet.



Im Sommer 2026 beginnt in Churchill ein neues Kapitel der Vogelbeobachtung: Mit der Ptarmigan Ptour von Discover Churchill erweitert sich das Angebot um eine siebentägige, fachkundig geführte Vogelbeobachtungsreise am Rand der Arktis. Tägliche Ausflüge per Van und zu Fuß führen zu Flussmündungen, Küstenflächen, Feuchtgebieten und offener Tundra – Landschaften, geformt von Eis, Wind und Wasser. Die Artenliste liest sich wie ein Wunschzettel erfahrener Ornithologen: Odinshühnchen, Zwergmöwen, Pazifiktaucher, Hudsonschnepfen, Schnee-Eulen und eine überraschende Vielfalt farbenfroher Singvögel, die den kurzen Sommer des Nordens nutzen. Das Tempo ist bewusst ruhig gehalten, mit Raum für Fotografie, Feldnotizen und jene stillen Momente, die oft die eindrücklichsten Naturbegegnungen ausmachen.




Was Manitoba so besonders macht, ist diese Spannweite. Innerhalb einer einzigen Provinz reicht sie von stadtnahen Feuchtgebieten bis zu einigen der abgelegensten Vogelreviere Nordamerikas. Die Jahreszeiten prägen das Erlebnis, begrenzen es jedoch nie wirklich. Frühling und Herbst bringen spektakuläre Zugbewegungen, der Sommer offenbart Brutverhalten unter endlosen Tagen, und der Winter reduziert die Landschaft auf ihr Wesentliches – und rückt die Widerstandskraft jener Arten in den Fokus, die hier ausharren, wenn fast alles andere weicht.


Manitobas Reiz liegt in diesen leisen Schichten. Renaturierte Marschlandschaften, nördliche Forschungszentren und umsichtig geführte Touren erzählen gemeinsam von Natur, Schutz und Identität. Es ist eine Region für Geduldige und Neugierige. Begegnungen sind selten laut oder auf den ersten Blick spektakulär – doch sie bleiben. Getragen von Flügeln, über offenes Wasser, durch Tundra und unter einem Himmel, der kaum ein Ende kennt.

 

Weitere Informationen über Manitoba gibt es unter www.travelmanitoba.com.

 

 

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